What’s hot, what’s not? 11 Social Media Marketing Trends für 2010

Raus aus den Kinderschuhen: 2010 wird ein wichtiges Jahr für Social Media. In welche Richtung wird sich Social Media entwickeln und welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf Marketing, CRM und Sales? In welcher Form beeinflussen diese Entwicklungen Unternehmen? Mein Beantwortungsversuch in 11 Thesen:


1. Echt-Zeit-Suche
Twitter machts vor, andere (jaiku, bleeper, sprouter, wooxie) legen nach: Microblogging liegt im Trend. Selbst wenn einige Studien (fälschlicherweise) behaupten, dass die Nutzerzahlen von Twitter bereits rückläufig seien.

Die Echt-Zeit-Suche als “Search 4.0″ wird ihren Platz im Suchmaschinenmarkt behaupten und auch weiter in klassischen Suchen (Google, Yahoo) als vertikales Element auftauchen. Microblogging wird also nicht nur als Monitoring-Tool interessant, sondern auch für CRM, PR oder Sales.

2. Social gets Mobile vs. Mobile gets Social
Social Media und Mobile werden sich die nächsten Jahre sehr stark miteinander verzahnen. Die daraus entstehenden Synergien werden Input für viele Start-Ups sein. Somit wandert die Community vom Laptop in die Hosentasche. Diese Entwicklung wird sich auch nachhaltig auf die Funktionen von Mobiltelefonen auswirken. Der Wandel geht vom “Communicator” zum “Connector” – das iPhone war nur der Anfang. Apps werden das, was Klingeltöne mal vor Jahren waren!

3. Aus V I E L E N mach EINS
Die Vielzahl der Communities wird sich konsolidieren und sehr stark miteinander verknüpfen. Keine Community soll und kann alle möglichen Funktionen anbieten. Eine Statusmeldung auf Facebook oder Myspace ist eben kein Twitter-Feed. Die einzelnen Communities werden sich spezialisieren müssen und untereinander nutzliche Schnittstellen schaffen, die dem Community-Mitglied Mehrwert bieten.

Die zu beantwortende Frage wird lauten: Wie kann ich meine soziales Umfeld im Netz sinnvoll aufteilen und trotzdem alle meine relevanten Gruppen im Blick haben? Soll heißen, wie verbinde ich Xing, Facebook und Twitter ohne ein unübersichtliches Mashup aller Funktionen und Einzel-Netzwerke.

4. Synergien zwischen Social Media Marketing und klassischen On- & Offline-Kanälen
Social Media ist bis dato vielleicht die beste Schnittstelle zwischen On- & Offline-Marketing-Kanälen. Diese Synergien werden im nächsten Jahr ebenfalls in den Vordergrund rücken. Dies kann recht simpel passieren, indem z.B. Logos auf Plakaten und Verpackungen darauf hinweisen, in welcher Community bereits ein Brandchannel oder eine Fanpage existiert.

Oder aber, als Bestandteil einer ausgefeilt kombinierten On-und Offline-Kampagne in der die Verzahnung der einzelnen Kanäle dem potentiellen Kunden Mehrwert bringt und ihn zum Botschafter und Konsumenten (Prosumer vs. Produser) einer bestimmten Marke oder eines Produkts macht.

5. Kommunikation zwischen den Gewerken
Innerhalb von Unternehmen wird der Umagang mit Social Media nicht nur die Notwendigkeit von internen Guidelines bzw. Richtlinien nach sich ziehen, siondern auch Triebfeder dafür sein, dass die verschiedenen Gewerke – Marketing, PR, Produktentwicklung oder CRM – im Rahmen von Social Media stärker miteinander verknüft werden müssen.

Die Mehraufwände in der Koordination wird ein Social Media Beauftragter in Zukunft erledigen. Dieser wird auch für die Ausschöpfung der Synergien zwischen den beteiligten Gewerken verantwortlich sein.

6. Die richtige Mischung machts – Augen auf!
In welchen Social Media Kanälen lohnt sich ein dauerhaftes Engegement für Unternehmen? Welcher Kanal ist lediglich für eine Einzelkampagne geeignet? Die Antworten auf diese Fragen können nur unternehmensspezifisch beantwortet werden.

Als Basis hierfür dient ein kontinuierliches Web- und Social Media Screening (Monitoring). Ort und Tonalität der stattfindenen Kommunikation wird die Richtschnur für eine umfassede Social Media Kampagne sein. Dabei muss der Steuermann einer Kampagne sehr flexibel reagieren können, um gegebenenfalls das Ruder auch mal herumzureißen. Experimentieren mit neuen Kanälen gehört ebenso zum Alltag in zukünftigen Social Media Units wie auch das routinehafte Bedienen schon etablierter Kanäle.

7. Profitabilität von Youtube und Co.
Ein dauerhafter Erfolg von Social Media als Marketing-Instrument im Social Web hängt zu einem großen Teil auch vom wirtschaftlichen Erfolg der Communities und Web 2.0 Anwendungen ab. Erst wenn es gelingt, neue Werbeformen zu integrieren, die von Social-Network-Nutzern auch akzeptiert und genutzt werden, können Youtube und Co. profitabel werden, ohne auf das Modell der Bezahllösungen ausweichen zu müssen. Social Media Advertising (SMA) wird sich mittelfrtistig im Online-Marketing einen bedeutenden Platz sichern.

8. Monetarisierungs-Möglichkeiten von Content
Im Zusammenhang mit SMA müssen auch Monetarisierungs-Möglichkeiten von Content genannt werden, die über einfache Bezahllösungen hinausgehen. Erst wenn Content – von der Hintergrundreportage auf klassichen Plattformen bis zum Tweet – eine hohe Wertigkeit besitzt, kann die Quälität der Masse gehalten werden. “Content is King” hat seinen Preis!

9. Social wird social
Social Media Marketing setzt sich von anderen Marketingformen ab. Gößtes Novum: die gleichberechtigte Interaktion mit Konsumenten, Nutzern, Fans und auch Kritikern. Transparenz und Glaubwürdigkeit von Marken, Produkten und Personen spielen eine enorm wichtige Rolle im Internet.

Das Setup einer Social Media Kampagne bedeutet nicht, in möglichst jeder Community einen Platz zu belegen oder jeden Web 2.0 Trend mitzumachen. Beobachten, zuhören und dann erst interagieren, wo es wirklich Sinn macht. Markenbotschafter eines Unternehmens sind nicht mehr alleine die dort angestellten PR-Mitarbeiter sondern plötzlich alle Angestellten und in erster Linie natürlich die Verbraucher.

Die Markenbildung ist in der Zukunft auf viele Köpfe verteilt. Bestimmen heißt zukünftig: Das alleinige Recht der Gestaltungshoheit eines Unternehmens bezüglich Image und Reputation als fragmentiert anzusehen. Aus dieser Erkenntnis heraus muss Social Media im Sinne des Unternehmens eingesetzt werden.

10. Verschmelzung von SEO & SMO
Social Search Optimization (SSO) wird in den nächsten Jahren stetig an Bedeutung gewinnen und Bindeglied zwischen SEO und SMM (SMO & SMA) werden. John Patterson definiert SSO folgendermaßen: ” [...] the process of creating social profiles by leveraging all of your assets in order to provide more of your brand results. SSO assets include anything that does not solely need to reside on your brand website.” Social Media Kanäle wie Facebook oder Digg werden zukünftig mehr Traffic, Sichtbarkeit und Brand-Awareness liefern. Insofern wird Social Media Marketing messbar.

11. KPIs & ROI
Schlussendlich werden Fragen nach dem Return on Investment (ROI) immer häufiger Thema werden, wenn es um Social Media geht. Wie kann man den Erfolg einer Social Media Kampagne messen? Welche Key Performance Indicators (KPIs) sollte man ansetzen, um die Leistung einer Kampagne transparent beurteilen zu können?

Bei Social Media Marketing handelt es sich nicht ausschließlich um Branding oder Image-Kampagnen. Die Auswirkungen des Web 2.0 auf Marketing und Werbung ist viel gravierender. Interaktion wird von nun an im Vordergrund jeglicher Marketing-Bemühungen von Unternehmen stehen. Nutzer fordern hingegen Transparenz und Mehrwert, wenn sie mit Botschaftern von Marken, Produkten oder Unternehmen kommunizieren. Dies wird sich wiederum auf die Gestaltung von Unternehmeskulturen auswirken.

Die Berechnung des ROI von Social Media Kampagnen weicht also von rein quantitativen Maßstäben bisheriger Effektivitätsmessungen ab. Es zählt nicht nur die Anzahl von Followern oder Fans, sondern die Intensität der Kommunikation, die Verweildauer auf entsprechenden Social Media Landingpages (z.B. Fanseite auf Facebook oder auch der Corporate Blog) und der (virale) Online-Buzz in der jeweiligen Zielgruppe. Eine zuverlässuge Einschätzung des ROI wird in Bezug auf Social Media Marketing eine Frage eines effektiven Monitorings bzw. Web-Screenings sein. Welche Tools und welche händischen Auswertungstechniken bieten eine solide Basis für die Messung eines Erfolgs einer Social Media Kampagne? Diese Frage wird 2010 beantwortet werden.

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7 comments ↓

#1 uberVU - social comments on 12.24.09 at 04:43

Social comments and analytics for this post…

This post was mentioned on Twitter by masry01: Social Media Marketing Trends 2010 | Social Media Expert http://bit.ly/7kxMWe…

#2 Social Media Marketing Trends 2010 | Social Media Expert on 01.06.10 at 09:42

[...] Social Search Optimization (SSO) wird in den nächsten Jahren stetig an bedeutung gewinnen und Bindeglied zwischen SEO und SMM (SMO & SMA) werden. John Patterson definiert SSO folgendermaßen: ” [...] the process of creating social …Next Page [...]

#3 Alexandria Eckert on 05.30.10 at 00:06

If I had a quarter for each time I came to http://www.social-media-expert.com! Superb writing!

#4 Grant Goodman on 05.31.10 at 19:12

Really interesting writing! Honest..

#5 Reinhardt on 05.31.10 at 21:28

Danke für die Spam-Kommentare… rührt mich ;)

#6 Stephan Görner on 07.10.10 at 16:42

Vielen Dank für die Infos, die mir weitergeholfen haben. Das Thema ist wirklich unerschöpflich und aktualisiert sich permanent.

#7 Review: Social Media Trends 2010 | Social Media Expert on 02.28.11 at 22:16

[...] 28th, 2011 | Allgemein Ende des letzten Jahres habe ich versucht, einige Social Media Marketing Trends für 2010 zu skizzieren, die sich im Laufe von 2009 herausgebildet haben. Wie haben sich diese Trends [...]

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