Über die Relevanz deutscher Social News Portale
Digg & Reddit heißen die Erfolgsgeschichten aus den USA. Die Idee dahinter: Community-Miltgieder bestimmen, welche News für sie relevant sind. Die klassische Gatekeeper-Funktion bröckelt, Nachrichten werden “demokratischer”: so werden “News” zu “Social News” und ein so genannter “Citizen Journalism” (Graswurzel-Journalismus) entsteht.
Über die Qualität oder die Quellen der “Social News”, die oft aus klassischen Medien stammen, kann man streiten. Nichtsdestotrotz scheinen sich Social News Portale im englischen Sprachraum ihren Platz gesichert zu haben.
Residiert doch Digg laut Alexa immerhin auf Platz 106 weltweit und sogar auf Platz 44 in den USA. Google Trends bescheinigt der Plattform eine weltweite Unique User Zahl zwischen 450.000 und 600.000 täglich. Manierliche Zahlen, die die Bedeutung von Web 2.0 und Social Media auch im News-Bereich untermauern.
Sucht man in Deutschland nach Social Media Portalen, wird man ebenfalls schnell fündig. Hier heißen die beiden Erfolgsgeschichten Yigg & Webnews. 2007 scheibt Kirsten Nicole auf Mashable “Yigg launched in March of 2006, and is among the first of the Digg clones in Germany. [...] Yigg is a bit more social than Digg…”.
Auch in Deutschland scheint die Idee von Social News Portalen zu funktionieren – nur auf einem anderen Niveau. Weltweit befindet sich Yigg momentan laut Alexa auf Platz 5.087, in Deutschland immerhin auf Platz 373. Google Trends ermittelt 14.000 Unique User täglich. Eigentlich auch keine schlechte Bilanz.
Die feinen Unterschiede
Betrachtet man nicht nur die Zahlen sondern die Qualität des dargebotenen Contents, wird der Unterschied zwischen “Citizen Journalism” und dem deutschen Pendant “Graswurzel-Journalismus” jedoch klarer.
Findet man in den us-amerikanischen Angeboten viele Verweise und Links auf seriöse Quellen und etablierte (Massen)-Medien, so scheint dies bei Yigg und Co. eher die Ausnahme zu sein. Hier landet man des öfteren auf reinen Affiliate- oder SEO-Seiten mit dementsprechendem Content.
Dies könnte wohl auch ein Argument dafür sein, dass die Mehrzahl deutscher Social News Portale im Kontext von Social Media eher ein Schattendasein fristen.
Blogger in der Pflicht
Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Status Quo der Social News Portale in Deutschland in den nächsten Jahren verändert. Denn eine Öffnung hin zu “demokratischen” Nachrichten ist ja durchaus wünschenswert. Bis dahin sind wohl noch die vielen unabhängigen Bloggerinnen & Blogger dafür verantwortlich, alernativen Content zu liefern – ganz selbstbestimmt und ganz undemokratisch.


3 comments ↓
Interessante Artikel aber der Titel ist mehr als nicht gelungen! Digg mit Müllabladeplatz Yigg zu vergleichen ist meiner Meinung nach töricht. Im Grunde braucht kein Schwein solche Linkfarmen wie Yigg, Mister-Wong oder Webnews. Und das es noch Leute gibt, die darüber Berichten ist ein Beweis für Unwissenheit oder Langweile?! Die Zukunft ist und heisst Social Media News Releases bzw. Press 2.0 und PR 2.0.
Hallo Jessi,
sorry, dass ich mich erst jetzt zu Wort melde. Also der Titel ist natürlich absichtlich auf Bildzeitungsniveau und ich denke, dass der Artikel an sich genau diesen Punkt widerspiegelt: Yigg & Digg arbeiten zwar nach einem ähnlichem Prinzip, aber auf einem ganz anderen Niveau. Die nächste Frage wäre dann: Haben Yigg, Webnews… das Potential, die Richtung noch zu wechseln, um ein ernsthaftes News-Angebot zu liefern?
Social comments and analytics for this post…
This post was mentioned on Twitter by SEOLINXX: Yigg vs. Digg | Social Media Expert http://bit.ly/61HPRt
#SMO…
Leave a Comment